Steine


ein Zufall brachte uns ins Tal der Steine
nichts ahnend vom Rausch der alle hier ergreift,
nach grünem Licht im Urgesteine,
vor Jahrmillionen herangereift.
gestandne Männer, die von ihm besessen
wie mit Fluch beladen verschinden sie die freie Zeit
kennen nur noch klopfen, schlafen, essen
Frau und Kinder alles ist so weit
weise schütteln wir den Kopf
wenn wir die Besessenen sehn –
am Anfang nur,
bald bleiben wir stehn.
tauchen die Hände ins sprudelnde Nass
aus Spass –
wir wollen uns nicht mühn.
Was war das?
-blinkt’s da nicht grün?
Ein Lachen, ach nein
dieser Smaragd
war doch nur Granitgestein.
Der freien Zeit ach so viel,
warum nicht Steine waschen?
Nur so aus aus Lust am Spiel.
Nun sind wir nicht mehr weise,
kennen Turmalin und Epidot,
klopfen Steine wie die andern,
bis zum Sommerabendrot


Habachtal, August 2007


Hier gibt es noch mehr Gedichte Sieh das Leben , In der Schatulle , Sang ein Vogel , Am Meer , Mein Vogel Schlaf , Beginn , Uckermark , Nach Süden , Steine , Echo , Wurzelsuche , Leonard Cohen, Kaffeetasse , Schaalsee, bei Herbert, früher in Berlin, Eine seltsame Frau, Soul an Body, Giganten, Tausch.