Mein Vogel Schlaf


manchmal abends, lieg ich wach
seh im Spiegel all mein Tun
in mir spazieren die Gedanken,
lassen mich nicht schlafen und nicht ruhn
fangen an zu tanzen,
in mir bekannten Melodien
eine Nachtvorstellung entflohener Geister
und wild schlägt dazu ein Tamburin.
Dann ruf ich dich, mein Vogel Schlaf,
leise flatternd schwebst du auf mein Kissen
und fängst jene wieder ein, die mir ausgerissen.
Legst den Flügel mir auf mein Gesicht
und streichst sanft mit dem Gefieder,
über meine müde Augenlider.
Das Tamburin hört auf zu schlagen
süße Stille senkt sich nieder.
Es schweigt der wilde Tanz,
die Vagabunden kehren heim,
streunende Gedanken,
gerade noch am jagen,
sind endlich wieder mein.
So schweb ich hin zu einem Traum.
Ach ich bräuchte Götter und Tabletten
hätte ich nicht dich,
um meinen Schlaf zu retten



irgendwann 2006


Hier gibt es noch mehr Gedichte Sieh das Leben , In der Schatulle , Sang ein Vogel , Am Meer , Mein Vogel Schlaf , Beginn , Uckermark , Nach Süden , Steine , Echo , Wurzelsuche , Leonard Cohen, Kaffeetasse , Schaalsee, bei Herbert, früher in Berlin, Eine seltsame Frau, Soul an Body, Giganten, Tausch.